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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg


PRESSESTIMMEN

Bundesregierung will Saale auch gegen Widerstand ausbauen

Pressemitteilung AP vom 13.05.2003

Stolpes Geisterkanal

Spiegel vom 12.05.2003

Flussausbau-Gegner demonstrieren gegen geplanten Bau des Elbe-Saale-Kanals

Magdeburger Volksstimme vom 18.04.2003

Flussschützer schlagen Alarm

Osterburger Volksstimme vom 19.03.03

Wasser- und Schifffahrtsdirektion: Keine heimlichen Ausbau-Aktivitäten

Magdeburger Volksstimme vom 19.03.03

Stolpe will Saalekanal vorantreiben

Berliner Zeitung vom 18.03.03

Stolpe schickt neue Bagger an die Elbe

taz vom 26.02.03

Stolpe hebt totalen Baustopp für die Elbe auf

Magdeburger Volksstimme vom 22.02.03

Der Kampf um die Elbe

Freie Presse Chemnitz vom 10.02.03

dpa-Gespräch mit Dr. Ernst Paul Dörfler

dpa vom 29.01.03

Bürgerinitiativen haben sich durchgesetzt

Magdeburger Sonntag vom 27.10.02

Den Fluss im Kopf

Tagesspiegel vom 31.08.02

Leidet die Umwelt unter der Abfräsung des Domfelsens?

Magdeburger Volksstimme vom 31.08.02

Die Regenmacher

Telepolis vom 20.08.02

Elbe-Schützer wollen Aktionen verschärfen

Magdeburger Volksstimme vom 12.08.02

Die Elbe fließt bald in engem Korsett

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 03.08.02

Elbe-Symposium in Dessau

Magdeburger Volksstimme vom 27.06.02

Gremium des Bundestags prüft Uferausbau

Sueddeutsche Zeitung vom 26.07.02

Fazit nach Bündnisgrüner Tour auf der Elbe

Magdeburger Sonntag vom 07.04.02

Beeindruckende Präsentation, aber die Skepsis blieb

Magdeburger Volksstimme, Lokalanzeiger vom 23.03.02

Ausbau bleibt Streitthema

Magdeburger Sonntag vom 05.02.02

Im Streit um den Elbausbau verhärten sich die Fronten

Magdeburger Sonntag vom 09.12.01

Verschwendet Sachsen-Anhalt beim Elbe-Ausbau Fördermittel?

Bild vom 14.11.01


KONTAKT

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PRO ELBE Magdeburg

c/o Dr. Angela Stephan
Rübeländer Weg 10
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BUNDESREGIERUNG WILL SAALE AUCH GEGEN WIDERSTAND AUSBAUEN

Standortvorteil für Unternehmen im Chemiedreieck soll verbessert werden

Berlin (AP) Die Bundesregierung will die Saale auch gegen den Widerstand von Umweltschützern ausbauen. Die parlamentarische Staatssekretärin im Verkehrsministerium Iris Gleicke erklärte am Mittwoch abend in Berlin, es gehe darum, erstmalig in den neuen Ländern der Grundstoffindustrie einen Standortvorteil zu geben und zugleich das im Koalitionsvertrag verankerte integrierte Verkehrskonzept voranzutreiben.

Mit dem Ausbau an der Mündung des Flusses in die Elbe soll den Firmen im Chemiedreieck, dem Hafen Halle und zahlreichen Kies und Steine produzierenden Unternehmen die Chance gegeben werden, ihre Fracht auf dem Wasserweg an den Kunden zu bringen. Dazu war ursprünglich geplant, die stark mäandrierende Mündungslauf aufzustauen, was aber ein geschütztes Auengebiet in Mitleidenschaft gezogen hätte.

Deshalb und unter dem Eindruck der Flutkatastrophe vom vorigen Jahr wurde diese Lösung im Koalitionsvertrag verworfen. Als Alternative sieht der Bundesverkehrswegeplan eine 7,4 Kilometer lange Umgehung der "kurvenreichen Strecke" vor, für die Gleicke zufolge 80 Millionen Euro Baukosten ausreichen sollen.
Gutachter sehen bei dem Vorhaben ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 2,7 (das heißt, der finanziell erfassbare Nutzen übertrifft die Kosten um das 2,7-fache). Die Tonnage der Binnenschifffahrt am Güterverkehrsaufkommen aus der Saaleregion könnte damit nach Angaben des Gutachters Peter Rieken von jetzt 170.000 Jahrestonnen auf 1,7 Millionen steigen. Davon kämen rund eine Million Tonnen vom Straßenverkehr, was eine Entlastung um rund 50.000 Lastzugfahrten jährlich bedeuten würde.

Gleicke wertete das Projekt als ökologisch und ökonomisch vernünftig. Nach dem Bau sei es möglich, den Mündungslauf der Saale zu renaturieren. Die SPD-Politikerin sicherte zu, der Ausbau bedeute nicht, dass anschließend die Elbe ausgebaut werden solle, auch wenn die "Abladetiefe" der Saale nach dem Ausbau etwas größer sei als die der Elbe. Deren Ausbau sei im Koalitionsvertrag ja auch ausdrücklich ausgeschlossen worden.


KOMMENTAR

Saale-Elbe-Kanalprojekt: Falsche Zahlen ohne Ende

Staatsekretärin Iris Gleicke falsch informiert

Nachdem in der letzten Woche öffentlich wurde, dass die Verkehrsprognosen für den Bau des 80 Mio. Euro teuren Saalekanals auf der Grundlage eines weiteren Elbausbaus , der offiziell gar nicht vorgesehen ist, ermittelt wurden, haben sich weitere Fehler offenbart.

So wurde in dem AP-Interview von Iris Gleicke der Ist-Zustand des Saale-Elbe-Verkehrs mit einer Null zuviel dargestellt.

"Die Tonnage der Binnenschifffahrt am Güterverkehrsaufkommen aus der Saaleregion könnte damit nach Angaben des Gutachters Peter Rieken von jetzt 170.000 Jahrestonnen auf 1,7 Millionen steigen", heißt es im AP-Interview mit Staatssekretärin Iris Gleicke..

Richtig ist, dass das aktuelle Güterverkehrsaufkommen 2002 nicht wie behauptet, 170 000 Jahrestonnen, sondern lediglich 17 000 Jahrestonnen betrug. Das Verkehrsaufkommen müsste sich also nicht nur verzehnfachen, sondern sogar verhundertfachen, sollte die Prognose von 1,7 Mio. t/a tatsächlich eintreten. Derartige Steigerungsraten allerdings gehören ins Reich der Märchen.

Aber selbst wenn diese gigantischen Steigerungen einträten, würden lediglich 3% des gesamten Güteraufkommens der Saaleregion über das Wasser transportiert werden (derzeit 0,03%, berechnet auf der Grundlage der Zahlen von Planco-Consulting).

Irreführend ist weiterhin die Aussage: "...auch wenn die "Abladetiefe" der Saale nach dem Ausbau etwas größer sei als die der Elbe.."

Richtig ist, dass die "Abladetiefe" (gleich Tauchtiefe) der Saale nach ihrem geplanten Ausbau die garantierte Tiefe der Elbe (1,20m) um ca. einen Meter überträfe. Damit wäre die Saale erheblich tiefer als die Elbe und würde eine weitere Kanalisierung der Elbe erzwingen!

Ohne weiteren Ausbau bietet die Saale keineswegs durchweg schlechtere Tiefen: Im Vergleich zum Elbabschnitt von der Saalemündung stromauf nach Dresden ist die Saale ohne Ausbau sogar tiefer und besser schiffbar als die Elbe! Und auf eben diesem Elbabschnitt fahren (unter schlechteren Bedingungen!) immerhin 10 Schiffe am Tag, auf der besser schiffbaren Saale aber maximal 1 Schiff pro Woche.

Unredlich ist es, im Zusammenhang mit dem Saaleausbau vom Chemiedreieck zu reden, da für wesentliche Standorte des Chemiedreiecks die Saale als Transportweg rein geografisch überhaupt nicht in Frage kommt. So nutzt Bitterfeld - Wolfen bei Bedarf den nähergelegenen Elbhafen Aken, Wittenberg-Piesteritz hat einen eigenen Elbhafen).

Höchst fragwürdig ist weiter die Aussage, dass nach einem Saaleausbau die Kiesunternehmen die Chance bekämen, ihren Kies auf dem Wasserweg zu transportieren. Was nützen Chancen, wenn sie nicht genutzt werden? Das beste Beispiel, wie eine solche "Chance" ungenutzt" bleibt, bietet das Kieswerk Barby, direkt an der Elbe gelegen, ohne den sog. "Engpass Saale": Zwar könnte das Kieswerk Barby seine Produkte über die Elbe verschiffen, tut es aber nicht. Vielmehr plant das Kieswerk einen Gleisanschluss. Wenn die Saale der einzige Engpass wäre, müssten zumindest die Kiesbetriebe an der Elbe vom Schiffsverkehr regen Gebrauch machen. Fehlanzeige! Weder Elbe noch Saale spielen für die Kiestransport eine nennenswerte Rolle!

Einseitig dargestellt ist die Aussage, dass der Mündungslauf der Saale nach dem Kanalbau renaturiert werden könne. Dies träfe bestenfalls teilweise zu, da andererseits auf über 4 km Länge die Saale tiefer gebaggert werden müsste, verbunden mit erheblichen Eingriffen in den Natur- und Wasserhaushalt.