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PRO ELBE Magdeburg

c/o Dr. Angela Stephan
Rübeländer Weg 10
39118 Magdeburg

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elbe@domfelsen.de
PRO ELBE
 
FAKTEN ZUR ELBE

Fakten

Die Elbe aus europäischer und nationaler Sicht

Die Elbe ist das mit Abstand längste, nur mäßig ausgebaute, über weite Strecken staustufenfreie, bedingt naturnahe Stromsystem Deutschlands. Innerhalb der deutschen Ströme und Flüsse nimmt die Elbe eine Sonderstellung ein:

  • Sie ist die einzige, im gesamten deutschen Verlauf barrieren-/ stauhaltungsfreie Stromstrecke (bis Geesthacht).
  • Im gesamten deutschen Verlauf unterhalb Meißen besitzt das Elbtal über mehrere 100 km einen breiten Niederungscharakter, d. h. es besteht keine natürliche Engpass - oder Barrieresituation für Organismen der Flusstalniederung.
  • Nördlich der Mittelgebirgsschwelle besitzt sie die mit Abstand größten zusammenhängenden Auenwälder (Steckby-Lödderitzer Forst).
  • Kein anderes europäisches Stromsystem weist einen so hohen Anteil stromtalbezogener Schutzgebiete auf (Biosphärenreservat, FFH-Gebiet).
  • Kein Fluss in Deutschland weist nur annähernd so große Hutwiesen mit Vorkommen bzw. Potential von typischen Stromtalarten auf. Überflutungsabhängige, gelegentlich übersandete und überschlickte Auenwiesen sowie echte Stromtalwiesen mit hohem Extensivierungspotential kommen an keinem anderen Fluss in Deutschland noch in ähnlich großer und langer Ausdehnung vor.
  • Die Wasserqualität der Elbe hat sich im letzten Jahrzehnt wesentlich verbessert. Vor allem die Belastung mit sauerstoffzehrenden Substanzen, Schwermetallen und Xenobiotika ist zurückgegangen.
  • Es gibt an der Elbe noch ganzjährig mit dem Fluss verbundene Altarme.
  • Es ist eine Verzahnung mit einer international bedeutsamen historischen Kulturlandschaft (Dessau-Wörlitz) gegeben, womit die Flusslandschaft mit der Loire, dem Rheindurchbruch und der Mittleren Donau vor Wien vergleichbar ist.

Gefährdungen der Elbe

1. Durch wasserbauliche Maßnahmen und Unterhaltung

  • Durch den vorhandenen Ausbau - und Unterhaltungszustand (Deiche, Buhnen, Uferlängsverbau an Prallhängen, Staustufen im Oberlauf) wird der Flusslauf festgelegt, die natürlich Morphodynarnik (Seitenerosion, Uferabbrüche, Sand- und Kiesbänke, Auskolkungen, Mäanderbildung, Laufverlagerung) eingeschränkt und die Sohlerosion verhindert.
  • Die Retentionsfläche ist auf 26,5 % des Landschaftsraumes beschränkt; damit ist auch die natürliche Überflutungsdynamik eingeschränkt , d. h. der Hochwasserabfluss wird beschleunigt, der Grundwasserübertritt verringert sich.
  • Die Hochwasserspitzen werden gekappt und die Niedrigwasserführung erhöht sich durch Stauhaltung im Oberlauf, damit verringerte Überflutungsfläche-, -höhe und -dauer.
  • Das anhaltende Geschiebedefizit durch Stauhaltungen im Oberlauf sowie der Uferverbau verbunden mit beschleunigtem Wasserabfluss führt zur Tiefenerosion der Sohle sowie Grundwasserabsenkungen in den begeleitenden Auen.
  • Der Vernetzungsgrad von Fließgewässern und Altwässern ist gering; dadurch findet eine beschleunigte Sukzession statt.
  • Der aktuelle bzw. vorgesehene Buhnenausbau erhöht die Fließgeschwindigkeit in der Strommitte, fülirt zu weiterer Eintiefung und Grundwasserabsenkung und reduziert die Strukturvielfalt in den Buhneninnenfeldern.
  • Weitere Uferbefestigungen durch Steinschüttungen verhindern die hydrornorphologische Dynamik und verringern die Strukturvielfalt der Ufer.

2. Durch Wasserbelastung

  • Die noch immer hohe Kontamination des Sedimentes mit Schwermetallen und organischen Verbindungen führen zur Belastung der Benthosbesiedler und durch Rücklösung und Austrag bei Hochwasser zur anhaltenden Kontamination der Überflutungsaue.
  • Die Belastung mit gewerblichen und kommunalen Abwässern ist zwar durch Stillegung und Kläranlagenbau stark zurückgegangen, aber die Reduzierung der N- und P-Frachten hat mit der Verringerung der organischen Last bei weitem nicht Schritt gehalten. Entgegen der allgemeinen Tendenz zur Qualitätsverbesserung werden Produkte genehmigt, die der Verbesserung der Wassergüte entgegenstehen (Z. B. Zellstoffwerk Arneburg).
  • Der Rückgang der Belastung durch landwirtschaftliche Einträge vollzieht sich nur sehr langsam.

Biologische Effekte der Belastung

  • Die Gesamtartenzahl der Makroinvertebraten und Fische ist seit Anfang der 90er Jahre zwar gestiegen, aber die Individuenzahlen der meisten Arten, vor allem der anspruchsvolleren, ist nach wie vor sehr gering.
  • Die natürliche longitudinale ökologische Flusszonierung ist weitgehend zerstört, deshalb haben sich relativ stabile Lebensgemeinschaften aus euryöken Allerweltsarten etabliert.
  • Wasserbelastung, Uferverbau und vereinheitlichte Strörnungsverhältnisse lassen die Entwicklung von flusstypischen Makrophytengesellschaften (z. B.Fluthahnenfüßgesellschaften), aber auch von Röhrichten kaum zu. Das hat direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung und die Artenzahl der Makroinvertebraten und Fische.
  • Einzelne Arten gelangen zu Massenentwicklungen (z. B. Asellus aquaticus, Hydropsyche contubernalis, Ganimarus tigrinus). Anspruchslose Neozoen treten in zunehmender Arten - und Individuenzahl auf.

Ökologische Perspektiven der Elbe

  • In den Alt - und Nebengewässern gibt es erhebliche Wiederbesiedlungspotentiale. Durch Revitalisierungsmaßnahmen sind diese weiter zu erhöhen.
  • Damit diese Wiederbesiedlungspotentiale genutzt werden können, ist die stromtypische Hydro - und Morphodynamik zu sichern bzw. wiederherzustellen und die Eigenentwicklung von Fluss und Aue zu fördern.

Als Maßnahmen zur Regeneration des Flusses bieten sich an:

  • Reaktivierung von Retentionsräumen und Auenstandorten durch Deichrückverlegungen und Anbindung von abgetrennten Altarmen (z. B. kurzer Wurf bei Dessau, Dornburger Alte Elbe ).
  • Tolerierung der Eigendynarnik des Flusses, z. B. Sandbänke, Uferabbrüche, Priele und Auskolkungen neben dem Hauptfahrwasser, deshalb Buhnenausbau und - reparatur soweit wie möglich vermeiden und nur unter maßgeblicher Berücksichtigung ökologischer Belange ausführen.
  • Rückbau von Deckwerken, Renaturierung befestigter Elbufer, Zurückverlegung von Nutzungen zur Ermöglichung von Seitenerosion.
  • Erhalt von strukturbildenden Uferbäumen, Weichholzauen-Neuanpflanzungen.

Folgende Maßnahmen sollen die Wasserqualität verbessern:

  • Verringerung der kommunalen und industriellen Abwässer durch flächendeckende weitergehende Abwasserreinigung, besonders P-Elimination.
  • Verringerung des diffusen Nährstoffeintrages aus der Landwirtschaft durch Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweisen vornehmlich in solch sensiblen Gebieten.
  • Ausweisung von Gewässerschonstreifen.

Weiterhin ist nötig:

  • kein weiterer Kiesabbau im Gewässerbett!
  • Neuanlage von Auenwäldern durch Anpflanzung oder Sukzession.

 
TERMINE

(Elbeandachten finden wieder statt! Jeden letzten Montag im Monat, 18 Uhr am Domfelsen.)
26. Mai 18 Uhr
(Domfelsen)
Elbe-Andacht
7. Juni
(Einsendeschluß an: Iris Brunar, Werderstr.25, 06844 Dessau)
Verlängerung der Unterschriften-Aktion Saale-Elbe-Kanal? - Nein, Danke!
 
(Saalemündung bei Barby)
Internationales Elbe-Saale-Camp

AUFRUFE

Protest gegen Saale-Elbe-Kanal
Moratorium für die Elbe
Christinnen und Christen für die Elbe
Künstler für die Elbe
Mit Argusaugen die Flüsse beschützen!