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PRO ELBE
 
11. ELBE-ANDACHT (17. JUNI 2002, DOMFELSEN)

Domprediger Giselher Quast, Magdeburg

Liebe Elbefreunde!

Heute ist der erste richtig heiße Tag dieses Sommers. Die Hitze der Sonne und die Frische des Wassers sind zwei Urelemente, die den Menschen von alters her berührt haben.

An solch einem heißen Tag wie heute wird am ehesten deutlich, was uns unsere Flüsse und ihr Wasser bedeuten! Hier die Elbe hinunter fließt das Urelement, aus dem wir kommen und von dem wir leben: Wasser! Hier sind wir mit unserem Ursprung am natürlichsten verbunden. Ich weiß, wir haben das Natürliche längst zivilisiert und kultiviert und reguliert und organisiert. Wir drehen den Wasserhahn auf um zu trinken. Wir haben in Magdeburg gutes Heidewasser. Und wir vergeuden das Beste des Lebens in Industrie, Alltag und Haushalt ohne Hemmungen: Wasser! Solange die Elbe fließt ist sie uns Lebensspender und Lebensmahner zugleich. Und erst, wenn wir einen Tag unter der Hitze stöhnen, wird uns diese Mahnung wieder bewußt. An solch einem heißen Tag wie heute möchte man am liebsten ins Wasser springen, sich erfrischen, eintauchen in Klarheit und Kühle. Der Elbe-Badetag, der erste internationale dieser Art, wird am 14. Juli zehntausend Menschen in diesem Fluß baden lassen! Viele Jahrzehnte war uns das hier in Magdeburg versagt, weil Leichtsinn und Bedenkenlosigkeit, Fortschritt und Optimierung die Elbe verseucht haben. Jetzt kann man in der Elbe wieder baden! Wer in der Elbe badet, der redet nicht nur über den Fluß. Der läßt den Fluß an sich heran, ganz körperlich, ganz persönlich. Ich möchte, daß nicht nur die Elbefreunde und Umweltschützer das tun, sondern die Entscheidungsträger in der Verwaltung, in den Parteien und in der Regierung. Der kleine Pool im Garten ist nur der Luxus der Menschen, die sich alles verfügbar machen. Aber den Fluß an sich heranlassen: nur wer dazu bereit ist, darf auch entscheiden.

Liebe Elbefreunde, an einem solch heißen Tag wie heute, wenn der Körper klebt und die Füße staubig sind, möchte man sich waschen, alles abspülen, was dem Lebn an Schmutz und Schweiß und Mühe anhaftet. Das Wasser der Elbe ist ein Symbol für Reinheit und Klarheit. Wir sind dankbar, daß bisher soviel für die Wiederherstellung der Wasserqualität getan wurde. Aber es muß noch ein bißchen mehr klar und rein werden in Sachen Elbe: Es muß klar werden, daß die Argumente zur künftigen Wirtschaftlichkeit den seriösen Prognosen standhalten! Es muß klar werden, daß die sogenannten Reparaturmaßnahmen inzwischen längst anderen ökologischen Kriterien unterliegen als vor 70 Jahren. Es muß klar werden, daß Geld nicht nur deshalb verbaut werden muß, weil es einfach da ist. Es gibt bessere Verwendunge für 250 Mio. Euro. Die ganze Makulatur muß heruntergewaschen werden, wenn wir heute zu verantwortlichen Entscheidungen kommen wollen.

Liebe Elbefreunde! Was immer uns die Elbe an solch einem heißen Sommertag sagt: sie sagt etwas über ihre und unsere Lebensqualität. Die Lebensqualität an der Elbe steigt nicht durch ein paar vermutliche Schiffe mehr. Sie steigt durch die Bewahrung der letzten naturnahen Flüsse für uns selbst, für einen wirtschaftlich interessanten Tourismus. Sie steigt für unsere Kinder und Enkel, denen wir diesen Fluß einmal hinterlassen müssen.

Heute ist der 17. Juni. Die Älteren erinnern sich noch an das Jahr 1953. Arbeiteraufstand in der DDR. Es ging nicht in erster Linie um ideologische Fragen. Es ging um Lebensqualität. Um die Normen im Baugewerbe und die Angebote in den Schaufenstern. Daran - an Fragen der Lebensqualität - entzündete sich politische Unzufriedenheit.

Heute scheint es fast umgekehrt: daß sich an politischen Entscheidungen Fragen der Lebensqualität entzünden, die vorher gar nicht im Blick waren. Noch haben wir die Elbe in ihrem jahrzehntelangem Bild der Ufer, Reiher, Wiesen, Buhnen und Auenwälder vor Augen. Aber die Signale der neuen Landesregierung sind unüberhörbar, die Lobby-Arbeit läuft, erst heute wieder auf dem Wirtschaftsforum Wasserstraßen am Petriförder.

Es ist ein Irrtum, davon auszugehen, daß nur wirtschaftliche Konzepte unser Land retten werden! Zur Lebensqualität des Menschen gehören auch die Natur und Kultur, die Beziehungen und die Werte. Bewahrung der Schöpfung als ein unverzichtbarer Wert.

Unser Aufstand heute am 17. Juni ist vergleichsweise gering. Aber es geht uns um dasselbe Anliegen: Lebensqualität: die Lebensqualität einer Landschaft, eines Flusses und der Menschen, die an ihm wohnen. Amen.

 
TERMINE

(Elbeandachten finden wieder statt! Jeden letzten Montag im Monat, 18 Uhr am Domfelsen.)
26. Mai 18 Uhr
(Domfelsen)
Elbe-Andacht
7. Juni
(Einsendeschluß an: Iris Brunar, Werderstr.25, 06844 Dessau)
Verlängerung der Unterschriften-Aktion Saale-Elbe-Kanal? - Nein, Danke!
 
(Saalemündung bei Barby)
Internationales Elbe-Saale-Camp

AUFRUFE

Protest gegen Saale-Elbe-Kanal
Moratorium für die Elbe
Christinnen und Christen für die Elbe
Künstler für die Elbe
Mit Argusaugen die Flüsse beschützen!