domfelsen.de

Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg


ELBE-ANDACHTEN

Domprediger Giselher Quast

  • 1. Elbe-Andacht
    23. Juli 2001
  • 2. Elbe-Andacht
    27. August 2001
  • 3. Elbe-Andacht
    24. September 2001
  • 4. Elbe-Andacht
    29. Oktober 2001
  • 5. Elbe-Andacht
    03. Dezember 2001
  • 6. Elbe-Andacht
    28. Januar 2002
  • 7. Elbe-Andacht
    25. Februar 2002
  • 8. Elbe-Andacht
    25. März 2002
  • 9. Elbe-Andacht
    29. April 2002
  • 10. Elbe-Andacht
    27. Mai 2002
  • 11. Elbe-Andacht
    17. Juni 2002
  • 12. Elbe-Andacht
    29. Juli 2002
  • 13. Elbe-Andacht
    26. August 2002
  • 14. Elbe-Andacht
    30. September 2002
  • 15. Elbe-Andacht
    28. Oktober 2002

  • KONTAKT

    Bürgerinitiative
    PRO ELBE Magdeburg

    c/o Dr. Angela Stephan
    Rübeländer Weg 10
    39118 Magdeburg

    E-Mail:
    elbe@domfelsen.de
    PRO ELBE
     
    8. ELBE-ANDACHT (25. MÄRZ 2002, TAUFSTEIN IM MAGDEBURGER DOM)

    Domprediger Giselher Quast, Magdeburg

    Liebe Freunde!

    Unsere 8. Elbe-Andacht fällt in die Karwoche, in die Woche des Kreuzes, diesem Symbol der gewaltsamen Vernichtung des Lebens und der Liebe und der Gewaltlosigkeit, die von Jesus ausging.

    Jesus von Nazareth hat diesen Weg angenommen, nicht, damit wir alles hinnehmen an gewaltsamer Vernichtung des Lebens, sondern um uns von einer Schuld zu befreien, mit der wir selber immer wieder das Leben beschädigen, verbauen, beeinträchtigen und herabwürdigen. Das Kreuz ist das Zeichen der Befreiung und Beförderung des Lebens - was durch eigene Opfer möglich wird.

    Das Zeichen des Kreuzes ist auch ein Symbol für unseren Kampf um die Elbe: An drei Stellen ist mit das besonders deutlich geworden.
    1. Bei unseren Elbe-Andachten unten am Domfelsen richten wir ein großes Holzkreuz auf. Und wenn Niedrigwasser ist und der Domfelsen freiliegt, wollen wir ein Kreuz aus Treibholz auf den Domfelsen legen. Magischer Schutz? Das wohl weniger. Das Kreuz ist kein Amulett. Es ist und schafft vielmehr ein Bewußtsein, Leiden dort zu bekämpfen (auch die Leiden der Schöpfung), wo sie gegen den Willen Gottes stehen, der uns aufgetragen hat, die Erde zu bebauen und zu bewahren.

    Und das Kreuz ist ein Bewußtsein, Leiden dort auszuhalten, wo sie als eigenes Opfer in diesem Bemühen/Kampf notwendig sind. Denn Leiden sind not-wendig: Not kann nur gewendet werden, wenn wir zu Opfern bereit sind. Im Augenblick sind es für die Elbe erste einmal Opfer der Zeit und der Kraft (mein tiefer Respekt gilt allen, die sich in diesen Tagen und Monaten hier in unserer Bürgerinitiative engagieren!). Opfer wird aber auch schon unser guter Ruf, wenn Menschen wie Ernst-Paul Dörfler oder wir selber öffentlich angegriffen und geschmäht werden.

    Und wenn wir wirklich Protestaktionen machen wie Baggerbesetzung oder Domfelsenbesetzung, dann kann illegales Protesthandeln schnell auch zu größeren Opfern führen. Die Karwoche lädt uns ein, Jesus auf dem Kreuzweg zu folgen - auch mit dem Kreuz für die Elbe.

    2. Das andere Kreuz , das mir in unserem Zusammenhang bewußt wird, ist das Wasserstraßenkreuz oberhalb unserer Stadt - das moderste Europas, wie die Wirtschaft stolz sagt. Ein natürlicher Flußlauf wird von einem Kanal gekreuzt. Das Technische kreuzt das Natürliche. Ich halte dieses für ein gutes Kreuz. Denn hier kreuzt eine Wasserstarße einen natürlichen Flußlauf.

    In unserer marktbeherrschenden Tageszeitung VOLKSSTIMME schrieb vor einigen Tagen Rene Schwartz aus Berlin: "Es ist eigentlich ganz einfach. Genauso wie Autofahrerer verpflichtet sind, öffentliche Straßen zu benutzen, gehören Schiffe auf Kanäle. Dies hatte der ehemalige Verkehrsminister Wißmann auch erkannt und wollte deshalb den Bereich der Elbe zwischen Magdeburg und Lauenburg aus dem Bundeswasserstraßennetz herausnehmen und den Schiffsverkehr auf den Elbe-Seitenkanal umlenken. Als der Regierungswechsel kam, hätte man bei einer Rot-Grünen Regierung eigentlich annehmen können, daß gute Ideen übernommen werden. Dem war leider nicht so."

    Schiffe auf Kanäle als die eigentlichen Wasserstraßen - diese Logik hat etwas für sich, weil sie den Fluß als etwas anerkennt, was natürlich und schützenswert ist wie eine Wiese oder Landschaft, die auch nicht querfeldein von Autos und Fahrzeugen befahren dürfen werden.

    Wenn wir uns angewöhnen würden, nicht mehr Wasserstraßenkreuz zu sagen, sondern eine Wasserstraße kreuzt einen Fluß, dann hätten wir schon viel von dem Kreuz Jesu verstanden.

    3. Und ein letztes Kreuz geht mir heute am Beginn der Karwoche durch den Sinn. Heute beginnt der Bundesvorstand Bündnis 90/ Die Grünen eine Kreuzfahrt auf der Elbe, die übermorgen hier in Magdeburg endet. Es ist keine Vergnügungsfahrt, sondern eine Tour unter dem Motto "Help the Elb". Viele Orte an der Elbe werden angesteuert. Viele Gespräche geführt. Viele Faktoren bedacht. Die Grünen machen die Elbe zum Wahlkampfthema - eine bessere Öffentlichkeit können wir uns kaum wünschen.

    Das Kreuz mit der Elbe muß in die Öffentlichkeit, in die Politik, in die Entscheidungen. Vielleicht sollten wir auch einml dafür sammeln, auch der CDU, der FDP und der SPD solch eine Kreuzfahrt zu spendieren - wenn die nicht von selber drauf kommen. Wir würden uns das schon etwas kosten lassen - auch das ist Sinn des Kreuzes.

    So wie wir das Leiden Jesu und die Hoffnung von Opferbereitschaft nur begreifen werden, wenn wir uns auf den Kreuzweg machen - so kann man die Chancen und die Schönheit der Elbe nur begreifen, wenn man ihrem Lauf folgt, sich von ihr tagen läßt, sich auf sie einläßt: Via crucis - via fluvii.

    Liebe Freunde,
    gestern auf dem großen ökumenischen Via crucis durch unsere Stadt Magdeburg überreichte mir ein katholisches Gemeindemitglied eine Mail des Bundesamtes für Naturschutz, in dem der Beschluß der Koalitionsfraktionen im Bundestag zum sanften Donauausbau begrüßt wird - ohne Staustufen! Der letzte freifließende Donauabschnitt kann nun erhalten werden. Das 22jährige Engagement der Naturschützer wird jetzt von Erfolg gekrönt.

    Wenn nötig, nehmen auch wir das Kreuz von 22 Jahren Engagement auf uns. Irgendwann wird doch einmal Ostern werden und das Leben triumphieren. Ich hoffe, ein bißchen schneller. Amen.

     
    TERMINE

    (Elbeandachten finden wieder statt! Jeden letzten Montag im Monat, 18 Uhr am Domfelsen.)
    26. Mai 18 Uhr
    (Domfelsen)
    Elbe-Andacht
    7. Juni
    (Einsendeschluß an: Iris Brunar, Werderstr.25, 06844 Dessau)
    Verlängerung der Unterschriften-Aktion Saale-Elbe-Kanal? - Nein, Danke!
     
    (Saalemündung bei Barby)
    Internationales Elbe-Saale-Camp

    AUFRUFE

    Protest gegen Saale-Elbe-Kanal
    Moratorium für die Elbe
    Christinnen und Christen für die Elbe
    Künstler für die Elbe
    Mit Argusaugen die Flüsse beschützen!