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ELBE-ANDACHTEN
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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3. ELBEANDACHT (24. SEPTEMBER 2001, DOMFELSEN)
Domprediger Giselher Quast, Magdeburg Liebe Elbefreunde, nach den erschütternden Nachrichten der letzten zwei Wochen kommt einem unsere Bürgerinitiative geradezu unbedeutend vor. Aber die Botschaft von Manhatten und Washington angesichts des Domfelsens hier heißt für mich: Wir haben erlebt, wie wenig sicher das ist, was Menschen selber schaffen. Hochhäuser brechen zusammen wie Kartenhäuser, das bestbewachte Militärzentrum ist verwundbar - aber der Domfelsen steht seit 270 Millionen Jahren unverrückbar an seinem Ort. Wir haben erlebt, wie Menschen, einfache, unschuldige Menschen, zu tausenden in wenigen Sekunden umgekommen sind - "Was ist der Mensch, daß du seiner gedenkst," fragt die Bibel, "du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, alles hast du unter seine Füße getan" (Psalm 8) "Du läßt die Menschen sterben und sprichst: Kehrt wieder zurück, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist. Du läßt sie dahinfahren wie einen Strom." (Psalm 90) Aber der Felsen im Strom, der länger steht als ein Menschenleben und länger als tausend Jahre - er ist es genauso wert bewahrt zu werden wie die Menschenleben, die wir vor Terrorismus und Vergeltung schützen müssen. Es sind die wirtschaftlichen Interessen der westlichen Welt, des westlichen Imperiums, die Zielscheibe des fanatischen Hasses geworden sind und das Welthandelszentrum zerstört haben. Es sind auch die wirtschaftlichen Interessen, die das Naturdenkmal Domfelsen und die Naturlandschaft Elbe zerstören. Es sind immer die gleichen Interessen, die uns einreden, Wohlstand und Profitabilität, Fortschritt und Effizienz seien eine Spirale ohne Ende, und deren Vertreter, um darauf hinaufzugelangen, vieles andere zu opfern bereit sind - auch die Natur, von der wir herkommen, die wir brauchen, die aber letztenendes uns nicht braucht, um zu existieren. Gestern im Domgottesdienst habe ich gefragt: Warum hassen moslemische Fanatiker die westliche Zivilisation so sehr, daß sie zu solchen Greueltaten fähig sind? Was machen wir als Abendland falsch, daß wir mit unserem "way of life" nicht zu Frieden und Gerechtigkeit beitragen? Was machen wir falsch, wenn wir die Zerstörung der Flußlandschaft und des Felsens nicht verhindern, bloß weil kurzlebige Planspiele der Wirtschaftsexperten behaupten, wir brauchten einen schiffahrtsgerechten Flußausbau, auch wenn in 15 Jahren keine Tonne Güter mehr die Elbe herabtransportiert wird? Es ist die entsetzliche Kurzsichtigkeit, die nur nach jetzigen Bedürfnissen entscheidet und die kommenden schon nicht mehr im Blick hat. So wie wir die kommenden Beziehungen zur moslemischen und zur Dritten Welt viel zu wenig im Blick haben, wenn jetzt einfach nur vom Zurückschlagen geredet wird. Liebe Freunde, nach den Attentaten in den USA haben die Medien gesagt: Jetzt kann nichts mehr so bleiben wie es war. Wenn das so ist, wenn es ein weltweites Umdenken nicht nur in Sicherheitsfragen, sondern auch in der Ethik und der Wirtschaft geben muß, dann heißt das hier an der Elbe wohl auch: Nicht 12 Schiffe mehr auf der Elbe, nicht 20 cm tiefer im Fluß werden uns retten, sondern ein neues Nachdenken über das, was wirklich nötig ist, was felsenfest steht im Strom der Zeit - ein neues Verhältnis zu dem, was lebt und leben will wie der Strom in seinem Bett. Deswegen stehen wir heute hier!
Elbe-Segen |
TERMINE
Mo 30. August 2010, 18.00Uhr (Magdeburg, Kulturscheune Alt Olvenstedt, Stephan-Schütze-Str) Treffen der BI Pro Elbe
AUFRUFE
Protest gegen Saale-Elbe-KanalMoratorium für die ElbeChristinnen und Christen für die ElbeKünstler für die ElbeMit Argusaugen die Flüsse beschützen! |