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ELBE-ANDACHTEN
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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg c/o Dr. Angela Stephan Rübeländer Weg 10 39118 Magdeburg E-Mail: elbe@domfelsen.de
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2. ELBEANDACHT (27. AUGUST 2001, DOMFELSEN)
Domprediger Giselher Quast, Magdeburg Liebe Freunde, gestern wurde im Dom und im Museum mit ungeheurem Aufwand die Ottonen-Schau des Europarates eröffnet. Vor einer Woche schon wurde im Dom eine Goldschmiedeausstellung des Mittelalters eröffnet. Ungeheure Werte an Kunst und Kultur sind dabei zusammengekommen - 500, 1000 Jahre alte Kunstwerke aus Gold, Elfenbein und Edelsteinen aus Kaiser Ottos und späteren Zeiten, einmalige Stücke, über die ganze Welt verstreut, für teuren Eintritt anzusehen! Der Domfelsen aus Rotliegemdem, feinkörnigem Sandstein, aus der Erdformation des Perm, ist nicht fünfhundert oder tausend Jahre alt, sondern 270 Millionen Jahre! Er ist einmalig, und es gibt ihn nur in Magdeburg. Und immer, wenn die Elbe Niedrigwasser hat, stellt sie den Domfelsen aus, kostenlos dürfen wir ihn betrachten! Die Festredner der Ausstellungserföffnungen haben opulente Worte für die Kunstereignisse gefunden, der Bundestagspräsident, der Kulturstaatsminister, der Ministerpräsident, der Europaratsgeneralsekretär, der Oberbürgermeister. Und ihre Worte gipfelten in der Aussage: Der Mensch kann ohne Kultur nicht leben! Wir stehen heute hier, weil wir sagen: Der Mensch kann ohne Natur erst recht nicht leben. Denn im Gegensatz zu Kaiserinnen-Schmuck, Elfenbeintäfelchen und Prachtevangeliaren ist der Mensch selber ein Stück Natur und sollte seinen Ursprung niemals vergessen. Mit ungeheurem Aufwand wurden in den beiden bedeutenden Ausstellungen Kunstdenkmäler restauriert, gepflegt, konserviert und für die Nachwelt aufbewahrt. Mit ungeheurem Leichtsinn soll das Naturdenkmal Domfelsen für immer von der Bildfläche verschwinden. Ich weiß, nur die unterste Schicht, nur 40.000 Tonnen Gestein, das seit 270 Millionen Jahren hier angestanden hat! Man denke einmal vergleichsweise, man würde von den Elfenbeintafeln im Museum nur die unterste Schicht abfräsen - es bliebe ja dann noch eine ganze Menge übrig ... Ich habe den Eindruck, der Mensch bewahrt mit ungeheurem Aufwand das, was er selber geschaffen hat - "Schöpfer Mensch"! - jede Scherbe wird gesammelt und aufgehoben, wenn sie nur alt ist. Aber was Gott geschaffen hat - oder die Natur, wie immer man das definieren mag, daran kann der Mensch Raubbau treiben, es zerstören, er verbrauchen und vernichten, ganz wie es ihm beliebt! Mit der Ehrfurcht vor Gott fällt auch die Ehrfurcht vor der Natur - und was übrigbleibt, ist der kleine Schöpfer Mensch, der Elfenbeintäfelchen schafft und Pergament beschreibt und Dome baut und sich damit für den Größten hält. Die Indianer vom Stamm der Cree sagen: "Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fisch gefangen, der letzte Fluß versiegt ist, werdet ihr merken, daß man Geld nicht essen kann." Und auch wenn ich zutiefst bejahe, daß der Mensch ohne Kultur nicht leben kann - die Elfenbeintäfelchen allein reichen nicht zum Überleben. Es gehört sehr viel mehr dazu! Vor anderthalb Wochen beim Pressefrühstück hier an der Elbuferpromenade wurde ich von Journalisten gefragt, ob durch das Abfräsen des Domfelsens der Dom gefährdet sei und wir Angst um ihn haben müßten. Ich habe deutlich nein gesagt: Es geht mir nicht um den Dom. Es geht um die Natur! Und ich habe hinzugefügt: Der Mensch kann wohl ohne Dome leben (und glauben), aber nicht ohne Flüsse, die der Schöpfer der Welt uns geschenkt hat. Ich sagte eingangs, der Mensch ist selber ein Stück Natur. Er hat sich nicht selber geschaffen wie die Goldkelche und Pergamenthandschriften. Versündigt der mensch sich an der Natur (das tun wir natürlich ständig, aber es wird noch schlimmer, wenn es so sinnlos ist wie hier am Domfelsen), dann versündigt er sich nicht in erster Linie an seinem Schöpfer, sondern an sich selbst. Die Indianer sagten das so: "Wer die Erde bespuckt, beschmutzt seine eigene Mutter". Wer den Domfelsen abfräst, gräbt sich selber das Wasser ab. Liebe Freunde, die kulturellen Ereignisse unserer Stadt sollten uns die noch größeren naturellen Schönheiten nicht vergessen machen. Gott hat Wunderbares geschaffen - und er hat uns wunderbarerweise die Kraft gegeben, selber etwas zu schaffen. Zum Zerstören hat er diese Kraft nicht gemeint! |
TERMINE
Mo 30. August 2010, 18.00Uhr (Magdeburg, Kulturscheune Alt Olvenstedt, Stephan-Schütze-Str) Treffen der BI Pro Elbe
AUFRUFE
Protest gegen Saale-Elbe-KanalMoratorium für die ElbeChristinnen und Christen für die ElbeKünstler für die ElbeMit Argusaugen die Flüsse beschützen! |