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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg


ELBE-ANDACHTEN

Domprediger Giselher Quast

  • 1. Elbe-Andacht
    23. Juli 2001
  • 2. Elbe-Andacht
    27. August 2001
  • 3. Elbe-Andacht
    24. September 2001
  • 4. Elbe-Andacht
    29. Oktober 2001
  • 5. Elbe-Andacht
    03. Dezember 2001
  • 6. Elbe-Andacht
    28. Januar 2002
  • 7. Elbe-Andacht
    25. Februar 2002
  • 8. Elbe-Andacht
    25. März 2002
  • 9. Elbe-Andacht
    29. April 2002
  • 10. Elbe-Andacht
    27. Mai 2002
  • 11. Elbe-Andacht
    17. Juni 2002
  • 12. Elbe-Andacht
    29. Juli 2002
  • 13. Elbe-Andacht
    26. August 2002
  • 14. Elbe-Andacht
    30. September 2002
  • 15. Elbe-Andacht
    28. Oktober 2002

  • KONTAKT

    Bürgerinitiative
    PRO ELBE Magdeburg

    c/o Dr. Angela Stephan
    Rübeländer Weg 10
    39118 Magdeburg

    E-Mail:
    elbe@domfelsen.de
    PRO ELBE
     
    12. ELBE-ANDACHT (29. JULI 2002, DOMFELSEN)

    Domprediger Giselher Quast, Magdeburg

    Liebe Freunde!

    Nach dem Frühjahrs - und Frühsommerhochwässern ist bei unserer heutigen Andacht wieder der Domfelsen sichtbar. Das alte Schauspiel des Flusses für alle Magdeburger: Der Domfelsen liegt frei! Er taucht aus dem Fluß auf wie eine Erscheinung, wie eine Nixe aus einem verwunschenen Weiher, die sich nur manchmal sehen läßt.

    Der Domfelsen liegt frei, rotliegender Fels, jahrmillionen alt, und dieses Schauspiel wollen wir auch unseren Kindern und Enkeln noch gönnen. Es gehört zum Erlebnis der Stadt Magdeburg wie der Dom, der Elbauenpark, der Rotehornpark oder die berühmten Halbkugeln.

    Ich weiß, nicht die obere, sichtbare Platte des Domfelsens soll geschliffen werden. Aber wenn der untere Bereich und die anderen Felsen hier bei Magdeburg fallen, wenn die Schotterung der Elbe weitergeht und die Eintiefung des Stromes den Wasserspiegel absenkt, dann wird der Domfelsen immer frei liegen, dann ist die Nixe ans Licht gezerrt, zur Schau bloßgestellt und ihres natürlichen Geheimnisses beraubt.

    Liebe Freunde, nach Monaten des Hochwassers ist der Domfelsen wieder einmal zu sehen. Und so wie er immer wieder hinweisend und mahnend sein Haupt aus den Fluten hebt, so sind auch die Umweltaktivisten der Elbe-Initiativen. Manchmal tauchen sie ab, wird es still um sie, manchmal verlieren die Medien das Interesse, weil nichts Neues passsiert. Aber dann taucht plötzlich wieder eine Idee, eine Aktion, ein Ergebnis auf, und die Elbe ist (wie bei uns der Felsen) in aller Munde!

    In den zurückliegenden Ferien- und Urlaubswochen war es zuerst der Elbe-Badetag, der internationale Bedeutung erlangt hat und zehntausend Menschen an "ihren" Fluß, in ihren Fluß gelockt hat! Und all diese Menschen haben allein durch ihre Anwesenheit und durch die Annahme dieses Flusses warnend ihr Haupt erhoben: Laßt diesen Fluß so, wie er ist! Laßt der Elbe ihren Lauf! Laßt ihre Sandstrände zwischen den Buhnen, damit man sich nicht die Beine bricht, wenn man über Steine zu seinen Ufern kraxelt.

    Ein zweites Mal erhob der Fluß mahnend sein Haupt, als vor einem Monat über 100 Politiker, Wissenschaftler, Künstler und Elbfreunde mit Dr. Dörfler im Schlauchboot die Elbe 175 km von Torgau bis Magdeburg heruntergefahren sind, dem Fluß und die Schönheit seiner Landschaft zum Greifen nahe. In vielen Diskussionen schieden sich die Geister, aber der Anblick, der Reiz, die Überzeugungskraft des Erlebten waren überwältigend! Aue, Biber, Reiher, Sandstrände sind Argumente! Besser kann der Fluß nicht für sich selber sprechen. Und Magdeburger Politiker wie Dieter Steinicke und Gerhard Ruden sind zum Nachdenken gekommen!

    Und noch einmal tauchte der Fluß in den Medien und Nachrichten auf wie heuer der Domfelsen aus den Fluten: Vor wenigen Tagen waren Abgeordnete des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages in Wittenberg; dazu haben viele Eingaben und Beschwerden verholfen und sogar - was sonst fast nie passiert - den Petitionsausschuß zu einem Ortstermin veranlaßt. Und im September will der Petitionsausschuß die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in den Bundestag einbringen. Das ist Hoffnung und viel Arbeit dahinter auf der ganzen Linie!

    Liebe Freunde, irgendwann werden der Regen und der Schnee wieder die Elbe anschwellen laseen und der Domfelsen mit seinen Magdeburger Farben, dem Rot des Gesteins und dem Grün der Pflanzen darauf, wird untertauchen. Und wie die Flut wird uns der Lauf der Dinge überspülen: der Kurs der neuen Politik im Lande, die Bundestagswahl, die Klimaentwicklung usw. Aber noch ist es nicht zu spät! Noch erhebt alle paar Monate der Domfelsen sein Haupt aus den Wellen und raunt uns wie eine Nixe zu: Nehmt mir nicht mein Reich! Laßt mir meinen natürlichen Ort.

    Im Märchen geht es immer böse aus, wenn die Menschen das Reich der Geister und Nixen und Elfen stören oder sich ihrer gar bemächtigen wollen. Märchen sind Abbilder der Wirklichkeit, Wiederspiegelung von Urerfahrungen. Und die sagen uns: In der Wirklichkeit wird es noch viel schlimmer ausgehen, wenn wir den Domfelsen schleifen, die Ufer steinigen und die Auenwälder sterben lassen. Da sei Gott vor mit unserer Hilfe! Oder wir mit seiner - je nachdem! Amen

     
    TERMINE

    (Elbeandachten finden wieder statt! Jeden letzten Montag im Monat, 18 Uhr am Domfelsen.)
    26. Mai 18 Uhr
    (Domfelsen)
    Elbe-Andacht
    7. Juni
    (Einsendeschluß an: Iris Brunar, Werderstr.25, 06844 Dessau)
    Verlängerung der Unterschriften-Aktion Saale-Elbe-Kanal? - Nein, Danke!
     
    (Saalemündung bei Barby)
    Internationales Elbe-Saale-Camp

    AUFRUFE

    Protest gegen Saale-Elbe-Kanal
    Moratorium für die Elbe
    Christinnen und Christen für die Elbe
    Künstler für die Elbe
    Mit Argusaugen die Flüsse beschützen!