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Bürgerinitiative PRO ELBE Magdeburg


AUFRUFE

Protest gegen Saale-Elbe-Kanal
Moratorium für die Elbe
Christinnen und Christen für die Elbe
Künstler für die Elbe
Mit Argusaugen die Flüsse beschützen!

KONTAKT

Bürgerinitiative
PRO ELBE Magdeburg

c/o Dr. Angela Stephan
Rübeländer Weg 10
39118 Magdeburg

E-Mail:
elbe@domfelsen.de
PRO ELBE
 
PROTEST GEGEN SAALE-ELBE-KANAL

Liebe FreundInnen lebendiger Flüsse,

Euer Engagement ist gefragt!

Der Saale-Elbe-Kanal steht offensichtlich im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes. Er wird in den nächsten Tagen öffentlich gemacht.

Dieser Kanal, geplant für den ganzjährigen Verkehr mit Europaschiffen (1350 Tonnen), würde im Domino-Effekt die Kanalisierung der Elbe nach sich ziehen, wo derzeit die Schiffe im Durchschnitt der letzten Jahre nur 300 t geladen haben.

Dieser Kanal ist volkswirtschaftlich sinnlos, da der Bedarf nach Massenguttansporten per Schiff auf dieser Relation seit Jahrzehnten schrumpft (siehe die beeindruckende Grafik domfelsen.de/contents/Aufrufe/Saale-Schifffahrt_seit_1959.xls von Oliver Hasse, Uni Halle).

Derzeit (2002) verkehren nur noch 1,5 Schiffe im Monat! Außerdem hat die Schiene freie Kapazitäten!

Dieser Kanal widerspricht auch einer vorsorgenden Hochwasserschutzpolitik. Er soll in bestehende und potentielle Überflutungsräume hineingebaut werden. Eine sinnvolle Erweiterung der Überflutungsräume würde damit auf Dauer vereitelt werden. Dieser Kanal wäre ein Rückfall in die alte Flusspolitik und ein Verstoß gegen das Fünf-Punkte-Programm zum Hochwasserschutz der Bundesregierung vom September 2002.

Wir brauchen keine neuen Kanäle. Das Geld muss in den Hochwasserschutz fließen!

Richtet bitte Euren Protest kurz, bündig und sofort an einen oder mehrere Bundestagsabgeordnete, Bundesminister oder den Kanzler nach folgendem Adressenschema:

Vorname.Name@Bundestag.de

Macht auch bitte die Antwort öffentlich!

Neu Musterbrief an Bundesverkehrsminister Dr. Manfred Stolpe (Word-Dokument, 21 kB) zum Download.


Der geplante Saale-Elbe-Kanal ist der Einstieg zum Elbausbau sowie ein eklatanter Verstoß gegen den vorsorgenden Hochwasserschutz Mit der Koalitionsvereinbarung hat die Bundesregierung den Elbausbau gestoppt.

Doch der neu geplante Saale-Elbe-Kanal (Bundesverkehrswegeplan 2003) ist nichts anderes als der Einstieg in den Elbausbau durch die Hintertür. Der 100 Mio. Euro teure Kanal ist - wie die bereits kanalisierte Saale ab Halle - für den ganzjährigen Schiffsverkehr mit Europaschiffen dimensioniert.

Der Saale-Elbe-Kanal macht nur Sinn, wenn anschließend auch die Elbe kanalisiert wird.

Bislang können auf der Elbe nur zur Hälfte des Jahres Europaschiffe (2,50 m Tauchtiefe) fahren. Käme der milliardenschwere Elbausbau nicht, bliebe der Saale-Elbe-Kanal ein Geisterkanal ohne Schiffe - eine Fehlinvestition!

Im Jahr 2002 fuhren auf dieser Strecke lediglich 1,5 Schiffe pro Monat! Der Grund ist nicht die fehlende Schiffbarkeit, sondern die fehlende Transportnachfrage.

Ein noch größeres wirtschaftliches Fiasko wäre eine anschließende Kanalisierung der Elbe, da die Kosten (in zweistelliger Milliardenhöhe) den zu erwartenden Nutzen um das Drei- bis Zehnfache übertreffen würden (Bundesverkehrswegeplan 1992).

Im Hinblick auf den Hochwasserschutz wäre der geplante Saale-Elbe-Kanal kontraproduktiv.

Der Kanal verliefe durch bestehende und potentielle Überflutungsgebiete und würde die Bemühungen um einen verbesserten Hochwasserschutz konterkarieren. Eine sinnvolle Erweiterung des Hochwasserschutzraumes zum Schutz der Städte Barby und Schönebeck wäre mit dem Kanalbau in der nördlichen Überflutungsaue des Saalemündungsgebietes dauerhaft vereitelt.

Der Elbe-Saale-Kanal verstößt damit gegen Geist und Buchstaben der Flusskonferenz vom September 2002 und gegen das Fünf-Punkte-Programm der Bundesregierung (potentielle Überflutungsbereiche sind von Bebauungen freizuhalten!).

Der Kanal darf in der geplanten Form auf keinen Fall in den Bundesverkehrswegeplan Eingang finden.

Viel sinnvoller wäre es, die Mittel und Kapazitäten - statt in den weiteren Wasserstraßenausbau - in den vorsorgenden Hochwasserschutz zu investieren.